Geschwindigkeitsnetz in Offenburg

Offenblatt: Unser Beitrag im politischen Meinungsforum

Geschwindigkeitsnetz in Offenburg

In der Diskussion um die geplante Ausweitung von Tempo-30-Zonen möchten wir uns klar positionieren. Aus unserer Sicht braucht es in Offenburg vor allem eines: einen funktionierenden Verkehrsfluss auf den Hauptverkehrsachsen.

Wir haben die Vorschläge der Verwaltung zur Kenntnis genommen, aber wir fragen uns, ob es wirklich sinnvoll ist, in einer Stadt wie Offenburg jetzt vorschnell ein umfassendes Tempo-30-Netz einzuführen. Seit Jahren kämpft die Stadt mit zunehmendem Verkehr und stockenden Straßenabschnitten. Gerade deshalb müssen wir darauf achten, dass der Verkehr auf den wichtigen Durchgangsstraßen fließen kann.

Wir sind nicht grundsätzlich gegen Tempo 30! Schutzbedürftige Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder Pflegeeinrichtungen müssten selbstverständlich besonders berücksichtigt werden. Aber eine pauschale Ausweitung auf zentrale Verkehrsachsen sehen wir kritisch.

Ein Blick Richtung Neuried zeigt, dass Tempo 30 durchaus auch zu sich langsam bewegenden „Blechlawinen“ führen kann, welche die Fahrtzeit verlängern und in der Bürgerschaft für Frust und Ärger sorgen. Daher stellen wir den Nutzen für Umwelt und Lebensqualität in Frage.

Sichere Rad- und Fußwege sind uns wichtig, aber die zunehmende Einschränkung des Kfz-Verkehrs nehmen wir nicht hin. Wir wollen beides: ein sicheres und durchgängiges Radverkehrsnetz und gleichzeitig einen fließenden Verkehr auf den Hauptverkehrsstraßen. Unser Grundsatz: alle Verkehrsteilnehmende auf Augenhöhe!

Ergänzend sehen wir einen dringenden Handlungsbedarf bei E-Scootern, die bereits ab 14 Jahren ohne Prüfung und Vorkenntnisse gefahren werden dürfen. Gerade in der Innenstadt entstehen dadurch erhebliche Gefahrensituationen – hierum sollten wir uns kümmern!

Mehr Sicherheit im Verkehr erreicht man nicht allein durch flächendeckendes Tempo 30, sondern auch durch gezielte Kontrollen und eine ausgewogene Verkehrsplanung, die alle Verkehrsteilnehmenden gleichermaßen berücksichtigt.

 

Angi Morstadt

 

 

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