Statement zum Hitze-Check

Statement im Gemeinderat

Statement zum Ergebnis des Hitze-Checks

 

Ich möchte gleich zu Beginn eines klar sagen: Wir sollten nicht der Versuchung verfallen, bei jeder Bewertung sofort in Schwarzmalerei zu verfallen. Natürlich müssen wir Kritik ernst nehmen. Aber wir dürfen auch sehen, was in Offenburg bereits erreicht wurde und worauf wir stolz sein können. Ich jedenfalls bin es – und wir Freien Wähler Offenburg sind es ebenfalls.

Die Untersuchung des Umweltverbandes betrachtet bestimmte Kriterien und richtet den Fokus vor allem auf dicht bebaute Bereiche und Innenstadtlagen. Dort gibt es ohne Zweifel Verbesserungsbedarf. In der Vergangenheit wurden sicherlich Entscheidungen getroffen, die man heute anders bewerten würde.

Gleichzeitig müssen wir die Ergebnisse sachlich einordnen. Viele Baumpflanzungen der vergangenen Jahre werden in solchen Erhebungen gar nicht oder noch nicht ausreichend berücksichtigt. Erfasst werden vor allem große, alte Bäume mit entsprechend ausgebildeten Baumkronen. Die zahlreichen Neupflanzungen, die bereits erfolgt sind, brauchen Zeit, bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Deshalb bin ich überzeugt: Wir sind auf einem guten Weg, auch wenn sich dies in solchen Bewertungen erst in einigen Jahren widerspiegeln wird.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch die Diskussion um die Moltkestraße ansprechen. Es entspricht nicht den Tatsachen, dass es einen Beschluss gegeben hätte, sämtliche Bäume zu fällen. Solche Darstellungen tragen nicht zu einer sachlichen Debatte bei. Als Gemeinderat tragen wir Verantwortung dafür, Informationen korrekt und ausgewogen weiterzugeben. Nur so schaffen wir Vertrauen.

Wenn man Offenburg aus der Vogelperspektive betrachtet, hört man häufig: „Was für eine grüne Stadt!“ Und das stimmt. Offenburg verfügt über viele Grünflächen, Parks, Gärten und Naherholungsbereiche. Auch das gehört zur Wahrheit. Ja, an einzelnen Stellen besteht Handlungsbedarf. Aber genauso richtig ist: Offenburg ist bereits heute eine lebenswerte und grüne Stadt. Dieses ständige Schlechtreden unserer Stadt hilft niemandem weiter.

Wir alle wollen mehr Beschattung, mehr Aufenthaltsqualität und eine klimaangepasste Stadtentwicklung. Darüber besteht doch grundsätzlich Einigkeit. Die Unterschiede liegen meist nicht im Ziel, sondern im Weg dorthin. Deshalb sollten wir nach vorne blicken. Das Thema Hitzeschutz ist längst auf der Agenda. Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft sind dafür sensibilisiert. Der Hitze-Check bildet wichtige kleinklimatische Effekte wie Kaltluftströme, Frischluftschneisen, Topografie und Wasserwirkung nur eingeschränkt ab und beruht auf modellhaften Annahmen.

Zum Beispiel mit der Landesgartenschau werden in Offenburg viele Maßnahmen zur Klimaresilienz umgesetzt – von Entsiegelung über zusätzliche Grün- und Wasserflächen bis hin zu ökologischen Ausgleichsmaßnahmen, die deutlich über Standardanforderungen hinausgehen...

Vertrauen wir auf Sachlichkeit, auf gute Planung und auf unseren gesunden Menschenverstand. Dann werden wir die notwendigen Verbesserungen erreichen – ohne dabei die vielen Stärken unserer Stadt aus dem Blick zu verlieren.

 

Angi Morstadt

 

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