Statement im Gemeinderat
Statement zum Bau von Windkraftanlagen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,
die Freien Wähler Offenburg stimmen der Vorlage in Punkt 1 und 2 zu. Bei Punkt 3 schließen wir uns dem Ortschaftsrat Zunsweier an.
Auch wir lehnen es ab, dass die Stadtverwaltung vertiefte Untersuchungen zu möglichen Standorten am Brandeckkopf mit der Beauftragung eines Gutachtens veranlasst, da dies der Aufgabe der Vorhabenträger ist. Ein Gutachten vor Vergabe an einen Investor ist letztlich nur herausgeschmissenes Geld. An dieser Stelle die Frage der FWO: Was würde denn ein solches Gutachten kosten?
Nach unseren Kenntnissen kann einer der zuständigen Ansprechpartner vom Landratsamt, Christoph Rexter der Stadtverwaltung vergleichbare Informationen über potenzielle Windkraftstandorte liefern, die auch ein Gutachten ergeben würde. Das allerdings ohne Kosten. Diese liegen im Grunde auch schon vor.
Zunsweiers Ortsvorsteherin Monika Berger hat mit der Stellungnahme des Ortschaftsrates letzte Woche auch eine Karte mitgeschickt, in der mit blauen Punkten die potenziellen Standorte markiert waren. Diese müsste der Verwaltung auch vorliegen.
Theoretisch müsste man an diesen möglichen Standorten die Untersuchungen auf evtl. vorhandene geschützte Arten machen. Da sich aber im Wald innerhalb von 3-5 Jahren das vorhandene Biotop durch Sturmwurf, Borkenkäfer etc. gravierend verändern kann, machen solche Untersuchungen nur Sinn, wenn auch in dem Zeitfenster der Bauantrag gestellt wird.
Deshalb muss der Investor das naturschutzfachliche Gutachten veranlassen, für die von ihm geplanten Standorte.
Da aber nur der Investor selbst sagen kann, an welchem der potenziellen Standorte er auch bauen möchte, macht eine Vorabuntersuchung der Stadt absolut keinen Sinn. Da das Vorranggebiet viele Eigentümer umfasst müsste auch vorab geklärt werden ob sich diese an den Kosten beteiligen. Mit aller größter Wahrscheinlichkeit kann man das mit Nein beantworten.
Grundsätzlich lehnen die Freien Wähler Offenburg den Bau von Windkraftanlagen auch auf Offenburger Gemarkung nicht ab. Wichtig ist uns allerdings, dass die Belastungen der Bürger Vorort so geringgehalten werden, wie nur irgend möglich.
Im Vorfeld des Baus der Windkraftanlagen auf der Hummelsebene beispielsweise wurde deutlich, dass die Bauherren versuchen, möglichst einfache Wege zu gehen.
Dies hätte für einen ansässigen Gastronomiebetrieb, aber auch das Umfeld, gravierende Folgen gehabt. Erst durch Eigeninitiative von Bürgern wurden verträglichere Lösungen gefunden. Wobei auch der derzeitige Bau auf der Hummelsebene auch noch eine große Belastung für die Bürger in Durbach und Bottenau ist.
Deshalb muss von vornherein klar sind, dass von Anfang an gemeinsam erträgliche Abläufe der Baumaßnahmen besprochen und gefunden werden müssen. Also eine offene Kommunikation ist uns hier sehr wichtig.
Matthias Drescher