Offenblatt: Unser Beitrag im politischen Meinungsforum
Kühler Kopf für Offenburg
Bei den aktuellen Temperaturen wären ein paar Windräder als riesige Ventilatoren für Offenburg gar keine schlechte Idee. Ganz so einfach ist es zwar nicht – aber genau darum ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung: Wie machen wir unsere Stadt fit für die Zukunft, ohne dabei den gesunden Menschenverstand auszuschalten?
Die Freien Wähler Offenburg sehen den jüngsten Hitze-Check als wichtigen Hinweis, warnen aber vor vorschnellen Schlüssen. Ja, es gibt Bereiche, in denen mehr Schatten und Begrünung nötig sind. Gleichzeitig ist Offenburg längst auf dem richtigen Weg. Viele neue Bäume wurden bereits gepflanzt, zahlreiche Maßnahmen für mehr Klimaresilienz – etwa im Zuge der Landesgartenschau sowie in der Innenstadt – sind bereits in Planung oder bereits auf den Weg gebracht. Dass junge Bäume auf solchen Karten noch kaum sichtbar sind, liegt in der Natur der Sache: Auch Bäume brauchen Zeit, um groß zu werden.
Wer Offenburg von oben betrachtet, erkennt eine grüne Stadt mit Parks, Gärten und Naherholungsflächen. Deshalb gilt: Probleme benennen – ja. Die eigene Stadt schlechtreden – nein.
Auch beim Thema Windkraft setzen wir auf einen ausgewogenen Kurs. Erneuerbare Energien werden nicht grundsätzlich abgelehnt. Entscheidend ist jedoch, dass die Interessen der Bürgerinnen und Bürger frühzeitig berücksichtigt werden.
Deshalb sprechen sich die Freien Wähler Offenburg dagegen aus, dass die Stadt auf eigene Kosten Gutachten zu möglichen Standorten am Brandeckkopf beauftragt. Diese Aufgabe liegt bei den Investoren. Steuergeld sollte nur dort eingesetzt werden, wo es wirklich notwendig ist.
Ebenso wichtig ist eine offene Kommunikation mit den betroffenen Anwohnern. Die Erfahrungen rund um die Hummelsebene haben gezeigt, dass tragfähige Lösungen vor allem dann entstehen, wenn Bürger frühzeitig einbezogen werden.
Ob mehr Bäume oder mehr Wind: Für die Freien Wähler Offenburg gilt, Offenburg soll grüner, lebenswerter und klimaresilienter werden – mit Sachlichkeit, Vernunft und Augenmaß.
Matthias Drescher